Skip to main content Skip to footer content
Experten für Gusstechnik der Gießerei GTR beraten Kunden bei der Konstruktion und Werkstoffen

Ultraschallprüfung (UT)

Die Ultraschallprüfung (UT) ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren, das dazu dient, innere Strukturen und Defekte in Werkstücken oder Bauteilen zu untersuchen. Dabei sendet man Ultraschallwellen durch das Material, die sich ausbreiten und an Grenzflächen oder internen Defekten reflektiert oder als Echos zurückgeworfen werden. Diese Echos werden erfasst und analysiert, um Informationen über die Beschaffenheit des Materials zu gewinnen.

Fragen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf

Erläuterung : Schritte der Ultraschallprüfung

Hier sind die grundlegenden Schritte der Ultraschallprüfung:

  1. Vorbereitung des Prüflings: Zuerst bereitet man den Prüfling vor, indem man ihn reinigt und von jeglichem Schmutz, Rost oder anderen Verunreinigungen befreit, die die Schallübertragung beeinträchtigen könnten. Außerdem trägt man ein Koppelmittel, wie zum Beispiel Wasser oder ein spezielles Ultraschallgel, auf, um eine optimale Schallübertragung zwischen dem Prüfkopf und dem Prüfling zu gewährleisten.
  2. Schalleinkopplung: Anschließend positioniert man den Ultraschallprüfkopf auf der Oberfläche des Prüflings und sendet Schallwellen durch das Material. Diese Wellen breiten sich im Material aus und werden an Grenzflächen oder bei Defekten reflektiert oder gestreut.
  3. Echosignalanalyse: Die reflektierten oder gestreuten Schallwellen fängt das Ultraschallprüfgerät auf und zeichnet sie als Echosignale auf. Durch die Analyse von Laufzeit und Intensität dieser Echosignale erhält man wertvolle Informationen über die Tiefe, Größe, Form und Art der Defekte im Material.
  4. Interpretation der Ergebnisse: Geschulte Prüfer oder Ingenieure interpretieren die aufgezeichneten Echosignale, um Defekte wie Risse, Lunker, Porosität, Delaminationen oder andere Unregelmäßigkeiten im Material zu identifizieren. Sie bestimmen präzise die Lage und Ausdehnung der Defekte, was eine genaue Bewertung der Strukturintegrität ermöglicht.
  5. Dokumentation und Berichterstellung: Schließlich dokumentiert man alle festgestellten Defekte und Prüfergebnisse und hält sie in einem Prüfbericht fest. Dieser Bericht dient der Qualitätssicherung, der Rückverfolgbarkeit und unterstützt die Entscheidungsfindung in Produktions- oder Wartungsprozessen.

Hier sind einige der wichtigsten Vorteile der Ultraschallprüfung

  1. Hohe Präzision: Ultraschallprüfungen ermöglichen eine genaue Lokalisierung und Charakterisierung von internen Defekten wie Rissen, Lunkern, Einschlüssen und anderen Unregelmäßigkeiten in Materialien.
  2. Schnelligkeit: Ultraschallprüfungen können relativ schnell durchgeführt werden, was zu einer effizienten Überprüfung von großen Volumen oder Stückzahlen führt.
  3. Vielseitigkeit: Die Technik kann auf eine Vielzahl von Materialien angewendet werden, einschließlich Metalle, Kunststoffe, Verbundwerkstoffe und Keramiken.
  4. Kosteneffizienz: Ultraschallprüfgeräte sind im Vergleich zu anderen zerstörungsfreien Prüfgeräten wie CT-Scannern oder großen radiografischen Systemen oft weniger kostenintensiv sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb.

Diese Vorteile machen die Ultraschallprüfung zu einer wertvollen und weit verbreiteten Methode für die Qualitätssicherung und Wartung in verschiedenen Branchen, von der Luft- und Raumfahrt bis zum Bauwesen und der Automobilindustrie.

Zurück zur Übersicht "Glossar"

Häufige Fragen zum Thema Ultraschallprüfung

Bei der Ultraschallprüfung werden hochfrequente Schallimpulse über einen Prüfkopf in das Bauteil eingekoppelt, meist mit einem Koppelmittel wie Gel oder Öl. Trifft der Schall auf Grenzflächen oder Fehlstellen, werden Echos reflektiert und vom Gerät als Signal dargestellt und ausgewertet. Vor der Prüfung erfolgt eine Kalibrierung mit Referenzkörpern, damit Laufzeit, Schallgeschwindigkeit und Empfindlichkeit zur Bauteilgeometrie und zum Werkstoff passen. Die Prüfflächen werden systematisch abgescannt, Auffälligkeiten positionsgenau bewertet und gemäß festgelegten Akzeptanzkriterien dokumentiert.

Im Schweißen ist die Ultraschallprüfung ein zerstörungsfreies Prüfverfahren zur Detektion innerer Unregelmäßigkeiten in Schweißnähten und Wärmeeinflusszonen. Typische Befundarten sind Bindefehler, Risse, Schlackeneinschlüsse oder Poren, die mit geeigneten Prüfkopfarten (z. B. Winkelprüfköpfen) erfasst werden. Die Prüfung berücksichtigt Nahtgeometrie, Wanddicke und Werkstoffdämpfung, weshalb Prüfplan und Scanwege vorab festgelegt werden. Die Bewertung erfolgt anhand von Signalhöhe und Laufzeit bzw. Lage der Anzeige und wird in Prüfprotokollen nachvollziehbar festgehalten.

Die Ultraschallprüfung ist stark von Zugänglichkeit, Oberflächenzustand und einer ausreichenden Koppelung abhängig, sodass raue, beschichtete oder komplexe Geometrien die Aussagefähigkeit einschränken können. Die Ergebnisqualität hängt zudem deutlich von Qualifikation und Erfahrung des Prüfers sowie von der korrekten Kalibrierung und Einstellung ab. In Bereichen nahe der Oberfläche kann eine „Totzone“ entstehen, und bestimmte Fehlorientierungen oder grobkörnige Werkstoffe (z. B. einige Gussgefüge) können die Detektierbarkeit reduzieren. Zusätzlich sind Interpretation und Vergleichbarkeit anspruchsvoll, weil Anzeigen auch durch Geometrieeffekte oder Gefügestrukturen entstehen können und dann sorgfältig abgegrenzt werden müssen.

Kontakt : Sie haben eine individuelle Anfrage?

GTR Gusstechnik ist Ihr Spezialist rund um Gussteile.

Stellen Sie jetzt Ihre Anfrage!