EN-GJL : Wichtige Punkte zum Thema Grauguss
Wichtige Punkte zum Thema Grauguss
- Gießverfahren: Grauguss kann durch verschiedene Gießverfahren hergestellt werden, darunter Sandguss, Kokillenguss und Feinguss. Das Sandgussverfahren ist das am häufigsten verwendete Verfahren für die Herstellung von Gusseisen mit Lamellengraphit, da es kostengünstig ist und sich für die Produktion von komplexen Formen eignet.
- Mikrostruktur: Der Name „Grauguss“ kommt von der charakteristischen grauen Farbe des gebrochenen Gussmaterials, die durch die Mikrostruktur des Materials verursacht wird. Er hat eine lamellare Struktur, wobei der Kohlenstoff in Form von Graphitlamellen im metallischen Grundgefüge verteilt ist.
- Eigenschaften: Zeichnet sich durch eine gute Gießbarkeit, hohe Schwingungsdämpfung, gute Verschleißfestigkeit und gute Bearbeitbarkeit aus. Die Festigkeit und Härte von Grauguss hängen von der Art und Verteilung des Graphits sowie von anderen Legierungselementen ab.
- Anwendungen: Grauguss wird in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, einschließlich Maschinenbau, Automobilindustrie, Werkzeugbau, Bauwesen und anderen Bereichen. Typische Anwendungen umfassen Motorblöcke, Getriebegehäuse, Bremsen, Lager, Pumpen, Rohrleitungen und vieles mehr.
- Bearbeitung und Beschichtung: Grauguss ist gut bearbeitbar und kann durch verschiedene Verfahren wie Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen weiterbearbeitet werden. Je nach Anforderungen und Anwendungen können Graugussteile auch beschichtet oder oberflächenbehandelt werden, um ihre Eigenschaften zu verbessern.
Vorteile von Grauguss
- Wärmeleitfähigkeit: Grauguss hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit, was ihn besonders für Anwendungen in Bereichen wie Maschinenbau und Automobilindustrie geeignet macht, wo Wärmeableitung wichtig ist.
- Schwingungsdämpfung: Aufgrund seiner Zusammensetzung bietet GJL eine gute Schwingungsdämpfung, was es ideal für Anwendungen macht, bei denen Vibrationen minimiert werden müssen.
- Verschleißfestigkeit: Grauguss hat eine natürliche Schmierung durch sein Graphitgehalt, was zu einer guten Verschleißfestigkeit führt. Dies macht GJL ideal für Anwendungen, die einer hohen Beanspruchung und Abnutzung ausgesetzt sind.Insgesamt bietet GJL eine gute Kombination aus Festigkeit, Verschleißfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit, was es zu einem vielseitigen Werkstoff für verschiedene Anwendungen macht.
Häufige Fragen zum Grauguss
Grauguss ist Gusseisen mit Lamellengraphit und wird in Europa nach DIN EN 1561 als EN-GJL klassifiziert (früher „GG“). Die charakteristische graue Bruchfläche entsteht durch Graphit in Lamellenform, der die Werkstoffeigenschaften prägt (z. B. Dämpfung, Wärmeleitfähigkeit, Bearbeitbarkeit).
Nein. Gusseisen ist die Werkstofffamilie (Eisen-Kohlenstoff-Legierungen mit > 2 % C); Grauguss ist eine Sorte daraus – eben Gusseisen mit Lamellengraphit (EN-GJL). Daneben gibt es z. B. Sphäroguss (EN-GJS) oder Temperguss.
„Gusseisen“ bezeichnet die Gruppe der Eisen-Kohlenstoff-Legierungen (typ. 2–4 % C). Grauguss ist die Untergruppe, in der der Kohlenstoff als Graphitlamellen vorliegt; daraus resultieren u. a. gute Gießbarkeit, hohe Dämpfung und gute Bearbeitbarkeit. Andere Gusseisensorten besitzen andere Graphitformen (z. B. kugelig bei EN-GJS) und entsprechend andere Eigenschaften.
Stahlguss ist gegossener Stahl (geringer C-Gehalt), die mechanischen Eigenschaften ähneln Stahl: höhere Zugfestigkeit/Dehnung, meist schweißbar, aber geringere Dämpfung und i. d. R. höherer Schwindmaßbedarf; oft ist nach dem Guss eine Wärmebehandlung erforderlich. Grauguss (EN-GJL) hat lamellaren Graphit: sehr gute Dämpfung und Wärmeleitfähigkeit, gute Bearbeitbarkeit, hohe Druckfestigkeit, jedoch geringere Zugfestigkeit/Dehnung.
- Sehr gute Schwingungsdämpfung (Graphitlamellen wirken „dämpfend“) – ideal z. B. für Maschinenbetten/Motorblöcke. - Gute Wärmeleitfähigkeit – vorteilhaft bei thermisch belasteten Komponenten. - Gute Gießbarkeit & Wirtschaftlichkeit – komplexe Formen, Maßhaltigkeit, breite Anwendbarkeit. - Gute Bearbeitbarkeit – Graphit unterstützt Selbstschmiereffekte beim Zerspanen.
Die Graphitlamellen wirken bei Zugbelastung als Mikrokerben und Spannungskonzentratoren. Dadurch sinken Zugfestigkeit und Dehnung; Grauguss zeigt geringe Plastizität und bricht spröde, besitzt aber eine sehr hohe Druckfestigkeit und gute Dämpfung.
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