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Mitarbeiter von GTR Casting Technology elektronische Qualitätskontrolle eines Gussteils

Phasengleichgewicht : Eutektikum

Ein Eutektikum ist eine spezifische Mischung von Komponenten in einer Legierung, die bei einer bestimmten Temperatur ein festes Phasengleichgewicht bildet. In diesem Gleichgewicht ist das Verhältnis der Komponenten so eingestellt, dass die Schmelztemperatur der Mischung minimal ist. Dies bedeutet, dass die Legierung beim Schmelzen direkt in eine feste Phase übergeht, anstatt einen flüssigen Zustand zu durchlaufen.

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Typisches Beispiel für ein Eutektikum : Eisen-Kohlenstoff-System

Ein typisches Beispiel für ein Eutektikum ist das Eisen-Kohlenstoff-System, wie es im Eisen-Kohlenstoff-Diagramm dargestellt ist. In diesem System bildet sich beispielsweise bei etwa 4,3% Kohlenstoffgehalt ein Eutektikum aus, das als Eutektikum Fe3C (Zementit) bekannt ist. Bei dieser spezifischen Zusammensetzung und Temperatur kristallisiert die Legierung direkt in Form von Zementit aus, ohne dass sich vorher eine flüssige Phase bildet.

Vorteile des Eutektikum

  1. Niedriger Schmelzpunkt: Eutektische Legierungen haben einen niedrigeren Schmelzpunkt als die einzelnen Komponenten, aus denen sie bestehen. Dies erleichtert die Verarbeitung, da weniger Energie zum Schmelzen benötigt wird und es möglich macht, die Legierungen bei niedrigeren Temperaturen zu gießen oder zu verarbeiten.
  2. Homogenität beim Erstarren: Sie erstarren bei einer konstanten Temperatur zu einer homogenen festen Phase, was bedeutet, dass die gesamte Legierung gleichzeitig erstarrt. Dies führt zu gleichmäßigen Eigenschaften im gesamten Material und verhindert Materialfehler wie Lunker oder Poren.
  3. Thermische und elektrische Leitfähigkeit: Viele eutektische Legierungen, wie z.B. Zinn-Blei-Legierungen, bieten ausgezeichnete thermische und elektrische Leitfähigkeit, was sie ideal für Anwendungen wie Löt- und Schweißprozesse macht.
  4. Gute Gießbarkeit: Aufgrund ihres homogenen Erstarrungsverhaltens und niedrigen Schmelzpunktes lassen sich eutektische Legierungen leicht in komplexe Formen gießen, was die Herstellung detaillierter und präziser Teile ermöglicht.
  5. Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit: Einige eutektische Legierungen, wie Aluminium-Silizium, sind bekannt für ihre gute Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit, was sie für die Automobilindustrie und andere Umgebungen, die eine hohe Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse erfordern, geeignet macht.
  6. Kosteneffizienz: Die Fähigkeit, bei niedrigeren Temperaturen verarbeitet zu werden, reduziert nicht nur den Energieverbrauch, sondern kann auch die Produktionskosten senken, da weniger Energie für das Schmelzen und Verarbeiten benötigt wird.

Diese Vorteile machen eutektische Legierungen zu einer bevorzugten Wahl für zahlreiche Anwendungen in Bereichen wie Elektronik, Automobilbau, Luft- und Raumfahrt und vielen anderen Industriezweigen, wo hohe Anforderungen an Materialqualität, Verarbeitungseffizienz und Kosteneffektivität gestellt werden.

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Häufige Fragen zu "Eutektikum"

Ein Eutektikum entsteht, wenn eine flüssige Schmelze bei einer bestimmten Zusammensetzung und Temperatur gleichzeitig in zwei feste Phasen erstarrt, z. B. Ledeburit (4,3 % C bei 1147 °C). Ein Eutektoid beschreibt die Umwandlung einer festen Phase in zwei andere feste Phasen, z. B. Perlit durch die Umwandlung von Austenit in Ferrit und Zementit (0,8 % C bei 727 °C). Kurz gesagt: Eutektikum = flüssig → zwei feste Phasen, Eutektoid = fest → zwei feste Phasen.

Aluminiumlegierungen werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: Knetlegierungen: Diese sind gut verformbar und werden für Bleche, Profile, Rohre oder Schmiedeteile eingesetzt. Typische Systeme sind Al-Mg, Al-Mg-Si, Al-Zn-Mg und Al-Cu-Mg. Gusslegierungen: Diese eignen sich für die Herstellung komplexer Bauteile durch Gießen. Häufige Systeme sind Al-Si (z. B. AlSi10Mg), Al-Si-Cu und Al-Mg. Kurz gesagt: Knetlegierungen werden für Umformprozesse genutzt, während Gusslegierungen für Gussteile eingesetzt werden – beide bieten unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Verarbeitbarkeit.

Eine eutektische Reaktion beschreibt die Umwandlung einer flüssigen Phase in zwei feste Phasen bei konstanter Temperatur und definierter Zusammensetzung. Dieser Punkt wird als Eutektikum bezeichnet. Beispiel: Im Eisen-Kohlenstoff-Diagramm erstarrt bei 4,3 % C und 1147 °C die Schmelze zu Austenit und Zementit – das Gefüge heißt Ledeburit. Kurz gesagt: Eine eutektische Reaktion ist die gleichzeitige Erstarrung einer Schmelze in zwei feste Phasen.

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